Europapokal 2026 - der Wind hatte andere Pläne

Possenhofen, Starnberger See

Manchmal gibt es Regatten, bei denen man nach dem ersten Tag schon ziemlich genau weiß, wo der Hase langläuft.

Und dann gibt es den Europapokal in Possenhofen.

Nach der Begrüßung durch den Yachtclub Possenhofen und die Wettfahrtleitung ging es hinaus auf den Starnberger See. Die Smart Marks waren aufgebaut, Christian Zerlin hatte uns entsprechend eingewiesen und eigentlich war alles bereit für einen schönen Regattatag.

Eigentlich.

Die erste Wettfahrt wurde gestartet, doch noch bevor der erste Vorwindkurs beendet war, hatte der Wind andere Pläne. Die Wettfahrt wurde abgebrochen.

Beim nächsten Versuch wurde es nicht unbedingt besser. Startversuch eins: Abbruch. Startversuch zwei: General Recall. Beim dritten Versuch durfte dann tatsächlich gesegelt werden.

Wo ist denn nun die richtige Seite?

Die Bedingungen waren schwierig. Mal sah die eine Seite besser aus, dann wieder die andere. Warum genau das so war, wusste vermutlich der Wind selbst am besten.

Einer hatte die Sache allerdings ziemlich gut im Griff: Markus Glas.

Er gewann die Wettfahrt und legte damit den Grundstein für das, was später eine ziemlich beeindruckende Serie werden sollte.

Nach dem ersten Tag ging es zurück nach Possenhofen. Dort wartete ein ordentliches Thai-Curry – und damit endlich die Möglichkeit, die Ereignisse des Tages fachmännisch zu analysieren.

Also zumindest so lange, bis das zweite Bier kam.

Links!

Am nächsten Tag zeigte sich der Starnberger See zunächst etwas versöhnlicher. Die nächste Wettfahrt ging direkt durch, und relativ schnell wurde klar: Links war diesmal die richtige Seite.

Also links.

Die darauffolgende Wettfahrt?

Auch links.

Ganz so einfach war es natürlich nicht, aber zumindest konnte man sich diesmal etwas stärker auf die Windrichtung als auf die philosophische Frage konzentrieren, was der See eigentlich von uns möchte.

Der Wind frischte leicht auf, etwa zwei Knoten mehr waren inzwischen da. Die Boote kamen ordentlich in Fahrt und die Stimmung auf dem Wasser wurde entsprechend besser.

Es hätte sogar noch eine fünfte Wettfahrt geben können. Das Sicherungsboot hatte bereits angefragt. Zwei Boote hatten allerdings offenbar genug sportliche Erleuchtung für diesen Tag und wünschten sich keine zusätzliche Wettfahrt.

Dem Wunsch wurde entsprochen.

Und so blieb es bei einem ziemlich spaßigen letzten Lauf mit gutem Wind und jeder Menge guter Laune an Bord.

Die Ilka Höhe übernimmt

Wenn man schon nicht noch eine Wettfahrt segelt, kann man schließlich auch etwas Vernünftiges machen.

Zum Beispiel essen.

Am Abend ging es auf die Ilka Höhe. Sehr leckeres Essen, nette Gespräche und ein rundum stimmiger Abend sorgten dafür, dass auch der zweite Tag einen würdigen Abschluss bekam.

Natürlich wurde dabei auch über den nächsten Tag gesprochen.

Die Hoffnung war groß:

15 Knoten.

Endlich einmal richtig Wind.

Der Starnberger See hatte dazu allerdings eine eigene Meinung.

Sonntag – Süd, West, Nord. Oder alles gleichzeitig?

Der Sonntag begann zunächst wieder mit einem Abbruch.

Wer inzwischen dachte, dass wir uns daran gewöhnt hatten, lag wahrscheinlich nicht ganz falsch.

Die Bedingungen waren erneut äußerst wechselhaft. Erst kam der Wind aus Süd, dann drehte er auf West und zwischendurch hatte man durchaus den Eindruck, dass jetzt auch noch Nord ausprobiert werden sollte.

Ein Winddreher nach dem anderen.

Für die Wettfahrtleitung war das sicher nicht der Traum, den man sich vor einer Regatta ausmalt. Trotzdem wurde das Beste aus den Bedingungen gemacht. Nach dem Abbruch gelang schließlich eine Wettfahrt, die sauber durchging.

Und weil es offenbar doch noch irgendwie funktionieren sollte, wurden anschließend sogar noch zwei weitere Wettfahrten gesegelt.

Damit war das Wochenende komplett: Insgesamt wurden acht Wettfahrten gesegelt, von denen eine als Streichergebnis aus der Wertung genommen wurde.

Und einer hatte dabei offenbar einen ganz eigenen Kompass eingebaut.

Glas bleibt glasklar

1. Markus Glas mit Phillip Ocker, Florian Grosser, Oli Davies und Gunter Ernst segelten eine beeindruckende Serie und gewannen den Europapokal souverän. Nach acht Wettfahrten und einem Streicher setzte er sich in der Gesamtwertung mit gerade einmal 7 Punkten durch.

Dahinter lieferten sich Christof Wieland und Hans Spitzauer ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Bis zur Siegerehrung war nicht klar, wer von beiden den zweiten und wer den dritten Platz belegen würde. Jeder Punkt konnte am Ende entscheidend sein, und entsprechend gespannt wurde auf die endgültige Auswertung gewartet.

Erst bei der Siegerehrung stand fest, wie das Duell ausgegangen war.

2. Christof Wieland mit seiner Crew Manuel Hauptmann, David Plettner, Ingo Ehrlichler und Lukas Schirner

3. Hans Spitzauer mit Peter König, Bene König, Justus Ernst, Andreas Hermann und Robin Basu sichern!

 

Vera Cruz Preis

Auch bei dem paralle ausgesegelten Vera Cruz Preis (Rennen 2 bis 5), war Burle Glas der Gewinner.
🥇 P241 – Markus Glas und Team
🥈 P244 – Hans Spitzauer und Team
🥉 P243 – Christoph Wieland und Team

 

Ein Wochenende mit allem, was dazugehört

Der Europapokal in Possenhofen hatte damit eigentlich alles, was eine gute 45er-Regatta braucht.

Ein großes Dankeschön geht an den Yachtclub Possenhofen mit seiner wundervollen Gastfreundschaft und der damit Einhergehenden rundum Versorgung, die Wettfahrtleitung, die Sicherungsboote und alle Helfer, die trotz der teilweise kniffligen Bedingungen ein erfolgreiches Regattawochenende auf die Beine gestellt haben.

Ergebnisse Europapokal: Link
Ergebnisse Vera Cruz Preis: Link

 

Mit seglerischen Grüßen Lukas Schirner und die gesamte „Ahoi Baby“ Crew