Geheimrat Kustermann Regatta im BYC 2026 – Schürfrechte inklusive

Die traditionsreiche Kustermann-Regatta des BYC lockte auch in diesem Jahr ein beeindruckendes Feld von knapp 120 Booten auf den Starnberger See. Mit neun 45ern war die Klasse dabei erneut stark vertreten und stellte einen beachtlichen Teil der sportlichen Speerspitze des Feldes.

Pünktlich um 9:00 Uhr fiel der Startschuss. Bei südlichen Winden zeigten die 45er schon kurz nach dem Start, warum sie zu den schnellsten Kielbooten auf dem See gehören. Während sich das große Feld noch sortierte, konnten sich die meisten 45er bereits deutlich vom Gros der Teilnehmer absetzen. Lediglich einige wenige noch schnellere Bootsklassen waren in Sichtweite geblieben.

Wie so oft auf dem Starnberger See stellte sich schon früh die entscheidende Frage: Ostufer oder Westufer? Das Feld teilte sich entsprechend auf, und jeder war überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben – zumindest solange, bis die Konkurrenz auf der anderen Seeseite plötzlich schneller aussah.

An der Wendemarke in der Tutzinger Bucht hatte sich die Flotte bereits ordentlich sortiert. P244 und P241 führten das Feld der 45er an, dicht gefolgt von P238, P237, P236 und P246. Danach ging es unter Spinnaker wieder auf den langen Weg zurück Richtung Norden.

Für den wohl ungewöhnlichsten Programmpunkt des Tages sorgte die Crew der P243 „Ahoi Baby“. Südlich der Roseninsel, nahe dem Westufer, sicherte sich das Team kurzfristig exklusive Schürfrechte am Seegrund. Die unfreiwillige Bodenprobe fiel offenbar so überzeugend aus, dass erst die Unterstützung von zwei Motorbooten die Yacht nach rund einer Stunde wieder in die Freiheit entlassen konnte. Die genaue geologische Auswertung der entnommenen Sedimentproben steht bislang noch aus.

Währenddessen entwickelte sich auf der langen Spinnakerstrecke ein hochspannendes Rennen. Der Südwind verlor zunehmend an Kraft und machte die Suche nach den letzten verbliebenen Windfeldern zur entscheidenden Disziplin des Tages. Wer die nächste Brise zuerst entdeckte, gewann wertvolle Meter. Wer sie verpasste, konnte zusehen, wie die Konkurrenz langsam, aber unaufhaltsam davonzog.

Gegen 13:00 Uhr erreichte schließlich die Crew der P241 um Markus Glas als erster 45er die Ziellinie. Dahinter folgten P244 mit Peter König und P238 mit Nikolaus Stoll. Die Entscheidung fiel dabei weniger über Boots- oder Crewgeschwindigkeit als über die Fähigkeit, die letzten Windreste auf dem See aufzuspüren und konsequent auszunutzen.

Am Ende war es ein typischer Kustermann-Tag: anspruchsvolle Bedingungen, taktische Entscheidungen, spannende Positionskämpfe und eine starke Vorstellung der gesamten 45er-Flotte in einem der größten Regattafelder des Jahres.

Ergebnis 45er Klasse

🥇 P241 – Markus Glas und Team
🥈 P244 – Peter König und Team
🥉 P238 – Nikolaus Stoll und Team
  4. P246 – Thomas Kuhmann und Team
  5. P236 – Nepomuk Lösti und Team
  6. P33 – Maximilian Hiebler und Team
  7. P252 – Mathias Spott und Team
  8. P237 – Andreas Lohmann und Team
  9. P243 – Florian Fendt und Team

Mit seglerischen Grüßen 
Michi Geissler

Ergebnisse: Link

Fotos: Bayerischer Yachtclub