🍍 Die Goldene Ananas - die Mini-12er Challenge vor dem Europapokal
Es war wieder so weit. Beim Europapokal des YCP stand nicht nur die große 45er-Flotte am Start. Vor dem eigentlichen Spektakel wurde noch einmal das wichtigste Rennen ausgetragen: Die Goldene Ananas Challenge der Mini-12er.
Sechs kleine Boote. Über 15 große Kinder. Und eine Menge sehr ernst zu nehmender Fragen.
„Auf gehts“ „Welches Boot darf ich nehmen?“
„Such dir eins aus“ „Ich will den Bunten“
„Den Grünen hattest du letztes Mal“ „Ja - nein der Bunte ist schöner“
„Das sind alles dieselben Boote“ „Nein“
„Doch“ „Ich will den aber“
„Ende der Diskussion“ „Siehste“
Christian vom Bodensee hatte wieder seinen neongrünen Mini-12er ins Herz geschlossen.
Auch Eichi stand vor so einer Badewanne.
„Da soll ich rein?“ „Ja“
„Da ist ja Wasser drin“ „Ja“
„Warum?“ „Weil du so rum kippelst“
„Ach so“
Auf der Mole wurde es langsam voll. Mehr als 15 Teilnehmer warteten darauf, endlich selbst in so einer kleinen Schüssel herumsegeln zu dürfen. Einige waren Wiederholungstäter. Andere wollten es zum ersten Mal ausprobieren. Und ein paar standen etwas weiter hinten.
„Fährst du auch mit?“ „Nein“
„Warum?“ „Ich hab schon mal“
„Und?“ „war nass und doof“
„Und warum fährst du dann nicht nochmal?“ „Will nich“
Der Wind und die Wellen waren diesmal etwas stärker als bei der Challenge vor 3 Monaten. Das machte bereits das Einsteigen besonders lustig.
„Jetzt bitte einsteigen“ „Halt mal fest!“
„Was?“ „Das Boot!“
„Ich halte doch schon“ „Nein, anders!“
„Wie anders?“ „Na, so!“
„Platsch" „Bin drin“
„Wo?“ „Mein Fuß“
Burle hatte inzwischen den Kurs aufgebaut. Start-, Ziellinie und eine Luvtonne. Eine Runde pro Rennen. Eigentlich ganz einfach.
„Los gehts“ „Wo müssen wir hin?“
„Zur Tonne“ „Welche?“
„Die blaue da vorne“ „Und dann?“
„Zurück“ „Und dann fertig?“
„Ja“ „Cool“
Drei Minuten vor dem Start. Alle Boote lagen irgendwo in der Nähe der Startlinie. Oder zumindest ungefähr dort. Burle begann mit dem Countdown.
„Drei Minuten!“ „Ich bin nicht fertig!“
„Du hast noch drei Minuten“ „Mein Spi klemmt da unten“
„Dann sieh ihn raus“ „Wie denn?“
„Zwei Minuten!“ „Wo ist mein Paddel?“
„Du sitzt drauf“ „Oh“
„Eine Minute!“ „Ich glaube, ich bin drüber – kann nicht bremsen“
„Dann fahr zurück!“ „Wie denn?“
„20 Sekunden!“
„Du bist zu früh!“ „Nein“
„Doch!“ „Nein!“
„Doch! Ich hab’s gesehen“ „Du hast doch gar nicht hingeschaut“
„Doch“ „Wann?“
„Gerade eben“ „Ach manno“
Und dann ging es los. Die sechs Mini-12er schossen über die Startlinie. Na ja. „Schossen“ ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber sie bewegten sich. Und zwar teilweise erstaunlich schnell. Auf der Kreuz legten sich die kleinen Boote ordentlich auf die Seite. Und machten demzufolge auch einiges an Wasser.
„Was ist los?“ „Bei mir ist alles nass, da kommt Wasser rein?“
„Weil du segelst“ „Ich will das nicht“
„Ist aber so“ „Warum?“
„Weil das Boot kränkt“ „Ach so“
Besonders für die Erstbesteiger war das gar nicht so einfach. 3 Segel bedienen, zig Schoten ziehen, mit den Füßen steuern, und gleichzeitig auch noch überlegen, auf welcher Seite die Tonne liegt.
„Du segelst in die falsche Richtung“ „Warum?“
„Die Tonne liegt in Luv von dir“ Ich seh die Tonne nicht“
„Kannst du mal die Schot ziehen?“ „Welche?“
„Die da“ „Welche da?“
„Na die!“ „Welche?“
„DIE!“ „Ach die“
Dann kam der Spikurs. Alle hatten festgestellt, dass der Kurs ziemlich kurz war. Also wurde der Spi einfach ohne Baum gefahren.
„Wo ist der Spibaum?“ „Braucht ihr nicht“
„Warum nicht?“ „Geht auch so“
„Crasy“
Und weil es alle so machten, hatte auch keiner einen Nachteil. Das war sehr wichtig. Denn schließlich sollte niemand sagen können: „Der fuhr seinen Spibaum und ich nicht!“
„so random“
Nach dem ersten Rennen wurde getauscht.
„Welchen hattest du?“ „Den Blauen.“
„War der gut?“ „Ja.“
„Wie gut?“ „Erster.“
„Dann will ich den auch“
Aber so einfach war es dann doch nicht. Mal war jemand vorne, weil er gut gestartet war. Mal, weil er die richtige Seite erwischt hatte. Und manchmal offenbar auch einfach, weil er wusste, was er da eigentlich tat.
Einer wusste es besonders gut. Christian Severens. Vier Rennen. Vier erste Plätze.
„TuuuuT“ „Wer ist Erster?“
„Christian“ „Schon wieder?“
„Ja“ „Warum?“
„Weil er gewonnen hat“ „Aber ich wollte gewinnen“
„Dann musst du schneller sein“ „Warum?“
„Damit du Erster bist“ „Ach so“
Erstaunlich war auch die Zahl der Frühstarter. Offenbar war die Goldene Ananas inzwischen eine ziemlich wichtige Sache geworden.
„Du warst zu früh!“ „Nein“
„Doch“ „Nein“
„Doch!“ „Nein!“
„Ich hab’s gesehen!“ „Dann bist du ein Fuchs“

