55 Segler hatten sich in Elf Schiffen Mitte Juli zum Prinz-Ludwig-Preis im Bayerischen Yachtclub angemeldet. Eigentlich erstaunlich. Denn wer die Veranstaltung kennt, weiß: Man fährt nicht nur wegen der Regatta nach Starnberg. Man kommt wegen des Gesamtpakets.
Unterstützt wurde die bayerische Flotte diesmal von der ARGO vom Bodensee. Allein der Transport eines 45ers quer durchs Land verdient Respekt und zeigt, wie attraktiv sich diese Veranstaltung inzwischen entwickelt hat. Der Wanderpreis blieb am Ende allerdings trotzdem in Bayern. Irgendwie müssen sich die anderen Langkieler auf dem Weg in den BYC verfahren haben. 😉
Die Wettervorhersage versprach zunächst alles, was das Seglerherz begehrt: strahlender Sonnenschein, Temperaturen jenseits der 30 Grad, Badewannentemperaturen im See und … Wind? Nun ja, darüber wollte sich der Wetterbericht zunächst noch nicht festlegen.
Bevor es losgeht, noch eine kurze Erklärung, warum ausgerechnet wir diesen Bericht schreiben. Auch diese Saison lost der 45er-Bayern-Vertreter Michi Geißler bei jeder Steuermannsbesprechung den offiziellen Berichterstatter aus. Dieses Mal fiel das Los auf die P241. Wer am Ende ganz vorne segelt, landet also nicht nur auf dem Stockerl, sondern manchmal auch an der Tastatur.
Freitag – Warten lohnt sich
Der Freitag begann herrlich entspannt. Schiffe in den Hafen verbringen, alles ausräumen, was man garantiert nicht braucht, Kühlschrank auffüllen und anschließend kontrollieren, ob Badehose, Sonnencreme, Kappe und genügend Flüssigkeit an Bord sind. Die Prioritäten waren also richtig gesetzt.
Langsam füllte sich die Terrasse des BYC. Fachgespräche wurden geführt, Windprognosen interpretiert und selbstverständlich wusste jeder bereits vor dem ersten Start ganz genau, wo am Nachmittag der beste Wind stehen würde.
Punkt 14 Uhr dann die erste Ansage des Wettfahrtleiters: Wir Warten.
Während einige ihren Flüssigkeitshaushalt vorbildlich mit Wasser stabil hielten, sah man an anderen Tischen deutlich mehr Rosé- als Wasserflaschen. Ob das später Auswirkungen auf die Taktik hatte, ließ sich nicht eindeutig nachweisen.
Erst gegen 16 Uhr schickte Wettfahrtleiter Eberhard Fischer-Brandies die Flotte schließlich auf den Kurs.
Der Race Course war erfreulich schnell aufgebaut – bei einer Windstärke musste man schließlich keine Weltreise um die Tonnen veranstalten. Überraschenderweise hielt der leichte Ostwind aber erstaunlich konstant durch und schenkte uns drei schöne Sprintwettfahrten.
Für uns begann das Wochenende jedenfalls optimal. Irgendwie fanden wir an diesem Nachmittag immer wieder den richtigen Weg über den Kurs. Ob links, rechts oder mittendrin – die P241 war mega schnell und meist dort zu finden, wo man am liebsten segelt: vorne.
Woran es lag?
Vielleicht doch am Inhalt des Bio-Kühlschranks …
Ganz los wurden wir unsere Verfolger allerdings nie. Andi Aigner, Florian Fendt und Niko Stoll hielten den Druck permanent hoch. Jeder kleine Windhauch wurde genutzt, jeder Dreher analysiert und jede Bootslänge hart erarbeitet.
Nach drei Wettfahrten durfte man durchaus überrascht sein, dass dieses Ost- Lüftchen tatsächlich den ganzen Nachmittag durchgehalten hatte.
Bayerische Gastfreundschaft vom Feinsten
Zurück im Hafen zündete Cristian die erste von mehreren Event-Raketen.
Bayrische Brotzeit.
Frisches Fassbier.
Blasmusik.
Seglerherz – was willst du mehr?
Wer glaubte, das sei bereits der Höhepunkt gewesen, wurde nach Einbruch der Dunkelheit eines Besseren belehrt. Ein beeindruckendes Feuerwerk verwandelte den Starnberger See in eine traumhafte Sommerkulisse.
Andere Vereine veranstalten Regatten. Der Bayerische Yachtclub veranstaltet Sommerfeste mit angeschlossener Wettfahrt.



